Guter-Samariter-Gesetz
First Aid & CPR Kenya
Der barmherzige Samariter: Mitgefühl und Schutz
Die aus der Bibel (Lukas 10,25-37) stammende Parabel vom barmherzigen Samariter erzählt, wie ein halbtot zurückgelassener Reisender von einem Fremden gerettet wird, der ihn versorgt und für ihn sorgt. Über ihren religiösen Kontext hinaus trägt sie eine universelle Botschaft: die moralische Pflicht, anderen in Gefahr aus Mitgefühl und Selbstlosigkeit zu helfen.
Von diesem Grundsatz inspiriert, wurden weltweit zahlreiche Gesetze des barmherzigen Samariters erlassen, die jene vor rechtlicher Verfolgung schützen, die in einem Notfall in gutem Glauben Hilfe leisten. Der genaue Umfang dieses Schutzes ist jedoch von Rechtsordnung zu Rechtsordnung unterschiedlich: Nachfolgend finden Sie, was das für Ihre Region geltende Recht vorsieht.
Ihr Schutz nach dem Gesetz
Kenia hat kein eigenes Gute-Samariter-Gesetz und keine allgemeine Pflicht, einen Fremden zu retten. Als Common-Law-Rechtsordnung misst es einen gutgläubigen Helfer am Maßstab vernünftigen Verhaltens im Notfall; der Penal Code (Cap. 63) setzt nur enge, an die Lebenserhaltung geknüpfte Pflichten, während der Health Act, 2017 (s. 7) die Notfallbehandlungspflicht den medizinischen Einrichtungen auferlegt, nicht den Passanten. Der Traffic Act (Cap. 403, s. 73) verpflichtet den an einem Unfall beteiligten Fahrer zum Anhalten und zur Meldung.
Keine Handlungspflicht, aber jeder Grund zu handeln
Keine Straftat richtet sich gegen den Passanten, der einem Fremden in Gefahr nicht hilft: In Kenia bleibt Helfen eine Wahl, keine gesetzliche Pflicht. Die Pflicht des Fahrers beschränkt sich auf das Anhalten und Melden des Unfalls, ohne ausdrückliche Pflicht zur Versorgung. Wer sich dennoch entscheidet, besonnen und in gutem Glauben einzugreifen, hat keinen Grund, für seine Tat harte Behandlung zu fürchten.
Warum Ausbildung unerlässlich ist
Das Gesetz mag schweigen, doch die Biologie ist unerbittlich: Bei einem Herzstillstand sinkt die Überlebenschance mit jeder Minute ohne Wiederbelebung um rund 10 Prozent. In Kenia, wo Hilfe lange Minuten brauchen kann, ist die anwesende Person das erste Glied der Rettungskette – jene, deren frühes Handeln am meisten zählt. Wiederbelebung und Erste Hilfe zu lernen heißt, sich die Mittel zu geben, zu handeln statt zuzusehen. Es ist ein Wissen, bescheiden in der Lernzeit, doch immens in dem, was es möglich macht: jemandem das Leben zurückzugeben.